LEG Thüringen

Sanierung

Ausgangssituation

Erfurter Hof vor den Sanierungsarbeiten im Mai 2004

Im Jahr 2004 erwarb die Landesentwicklungs-gesellschaft Thüringen den "Erfurter Hof" von der "Deutschen Interhotel GmbH". Die Entscheidung der Sparkasse Mittelthüringen, den "Erfurter Hof" ab 2007 als Verwaltungssitz zu nutzen, stellte die Weichen für die Zukunft des Gebäudeensembles als modernes Büro- und Geschäftshaus. Eine Wiedernutzung als Hotel war aus wirtschaftlichen und förderrechtlichen Gründen nicht geboten. Aber auch bauliche Gründe sprachen dagegen: Für eine moderne Hotelnutzung waren die Zuschnitte der ursprünglichen Hotelzimmer zu klein.

Für die Umwandlung der Hoteltrakte in Büroeinheiten hingegen konnte durch Herausnahme der Nasszellen eine Raumstruktur erzielt werden, die zeitgemäßen Ansprüchen an Büros und Arbeitszimmern genügte. Noch anders stellte sich die Sachlage im Erdgeschoss dar, also in dem Bereich, der bis 1995 den gastronomischen Einheiten Raum gegeben hatte. Hier musste zur Erfüllung moderner Ansprüche eine komplette Neustrukturierung erfolgen. Ein gutes Beispiel stellte das frühere Palastcafe dar: Es handelte sich um einen riesigen Raumkomplex, der in seinen gewaltigen Dimensionen nicht mehr Ausgangspunkt für eine gastronomische Einrichtung werden konnte. Neue Zuschnitte, kreative Lösungen waren gefragt.

Um die Jahreswende 2004/05 stand die Zukunft des "Erfurter Hofes" auf dem Reißbrett fest - die Metamorphose des Traditionshauses im Herzen der Landeshauptstadt konnte beginnen.

Umbau

Start der Sanierungsarbeiten im April 2005

Am 27. April 2005 erfolgte der Auftakt zu den Sanierungsarbeiten mit einer großen Pressekonferenz in den Räumlichkeiten des ehemaligen Palastcafés. Die LEG hatte eingeladen, um die Öffentlichkeit über den Baubeginn zu informieren. Die Resonanz war gewaltig: Die vielen Gäste, in der Mehrzahl Journalisten, fanden nicht genügend Platz an den zwei langen Tischreihen. Die Pressekonferenz, an der neben der LEG-Geschäftsführung auch Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz, Erfurts damaliger Oberbürgermeister Manfred Ruge sowie einige künftige Mieter des Hauses teilnahmen, stellte den Startschuss für die Umbaumaßnahmen dar. Kaum war die Veranstaltung vorbei, rückten die Arbeiter in das Gebäude ein und begannen den Gebäudekomplex zu entkernen.

Sanierungsarbeiten im September 2005
Sanierungsarbeiten im September 2005

Alles, was früher zur Infrastruktur der Immobilie zählte wurde entrümpelt: alte Heizungen, Lüftungs- und Elektroanlagen, Badzellen, Sanitäranlagen. Auch Wände mussten weichen, erforderte doch das neue Nutzungskonzept vielfach weiträumigere Einheiten. Teilabrisse von ganzen Gebäudesegmenten wurden nur ganz vereinzelt in Angriff genommen. Hier galt es, möglichst viel von der alten Substanz zu erhalten. So blieb beispielsweise auch der Nordflügel des "Hauses Kossenhaschen" an der Büßleber Gasse bewahrt. Es traf letztendlich einige Anbauten aus der DDR-Zeit, die mit der neuen Nutzung nicht vereinbar waren. So wurde ein Garagenanbau im Norden zurückgenommen. Ein Verbinder im Westen des Komplexes wurde abgerissen. Das Hotelrestaurant im Innenbereich wich der neuen Erdgeschossbebauung im Innenhof des "Hauses Kossenhaschen". Die Ausstrahlung und Präsenz des Gesamtensembles "Erfurter Hof" blieben von diesen Maßnahmen jedoch unberührt.

 

Umbauarbeiten im Frühjahr 2006
Umbauarbeiten im Frühjahr 2006

Nach der Phase der Entkernung und Entrümpelung begann die aktive Bauphase, in der das Gebäude räumlich neu geordnet wurde. In den oberen Etagen, die für die künftige Büronutzung vorgesehen waren, erfolgte keine grundlegende Änderung der Struktur. Durch Herausnahme der Badzellen konnten die Zimmereinheiten so vergrößert werden, dass sie Grundlage für die späteren Büros bildeten. Ganz anders sah es im Erdgeschoss aus. Hier galt es, eine räumliche Struktur für zehn Nutzer zu schaffen, und dies bedufte der Neueinteilung der Räume. Ein Beispiel bildet das Palastcafe: Es erfolgte zum einen die Schaffung eines ebenerdigen Zugangs zum Willy-Brandt-Platz und zum anderen die Errichtung einer Zwischengeschossebene mit Galerie-Charakter. So entstand ein quasi zweigeschossiger Gastraum, der jedoch für die Nutzung durch einen gastronomischen Betreiber entschieden zu groß war. Aus diesem Grunde wurde der gesamte Bereich des Palastcafes in zwei Hälften geteilt, so dass hier künftig zwei Gastronomen ihre Gäste bewirten. Im Erdgeschoss wurden zudem die Eingangszonen neu strukturiert.

Neben dem Erdgeschoss wurde auch der Innenhof räumlich umgestaltet. Er wurde neu gefasst und im Erdgeschossbereich komplett überbaut; im ersten Obergeschoss entstand auf einem Flachdach ein Erlebnisbereich mit Begrünung und Terrassennutzung.

Innenausbau im Herbst 2006

Bis zum Herbst 2006 konnten der Rohbau und die Dacharbeiten abgeschlossen werden. Die Fassade wurde den Blicken der Passanten freigegeben. Der Innenausbau begann. Einige Relikte der Vergangenheit wurden bewahrt. So konnten Stuckreste in die neuen Wände integriert werden, ursprüngliche Elemente von Treppen blieben erhalten. Erhalten wurde auch ein relativ kleiner Raum mit dreiteiligen Fenster hinaus zum Willy-Brandt-Platz. 1970 war Willy Brandt, veranlasst durch die rufende Menge vorm Hotel, in diesem Raum ans Fenster getreten. Von dieser Stunde an war der kleine Raum zu dem geworden, was heute ein Kristallisationspunkt für historisches Gedenken an jenen 19. März 1970 ist - das "Willy-Brandt-Zimmer". Ein "normaler" Umbau war hier nicht denkbar; es kam darauf an, diesen Erinnerungsort in seinen Bezügen weiter lebendig zu halten. Erreicht wurde dies in Absprachen mit den Denkmalbehörden und dem Willy-Brandt-Verein, indem die Tür und auch die Fenster nicht erneuert, sondern in ihrer ursprünglichen Form belassen wurden.

Der Raum dient heute der Thüringer-Tourismus-Gesellschaft als Beratungsraum und ist zu besonderen Anlässen der Öffentlichkeit zugänglich.

Ihr Ansprechpartner

Arndt Hobrecker

Projektleiter

Abteilung: Immobilien

LEG Thüringen
Mainzerhofstraße 12
99084 Erfurt

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